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Am 18. März 2026 war der Bürgerverein Feuerbach bei 'Weil Wein' in Weilimdorf zu Gast. Der Gastgeber und Winzer Fabian Rajtschan aus Feuerbach hielt dort einen Vortrag über Weinbau in Feuerbach. Foto: BV Feuerbach
Feuerbach, Weilimdorf: Wenn der Bürgerverein lädt, wird’s oft gesellig. So auch vergangene Woche, als rund 30 neugierige Weinfreunde, Bürgervereinsmitglieder und Interessierte den Weg zu "Weil Wein", der Vinothek des Feuerbacher Winzers Fabian Rajtschan, fanden.
Und gleich vorweg: Diesmal kam das Wichtigste zuerst – Essen, Trinken, Schwätza. Alles andere kann schließlich warten.
Dass der gemütliche Teil dann doch etwas länger dauerte als geplant, lag nicht etwa am besonders guten Tropfen (na gut, vielleicht auch ein bisschen), sondern an tierischem Nachwuchs: Winzer Rajtschan musste sich zwischendurch um frisch geborene Lämmer kümmern. Seine Jura-Schafe sind nämlich nicht nur niedlich, sondern auch fleißige Mitarbeiter im Weinberg. Multifunktional, sozusagen.
Währenddessen sprang Jürgen Kaiser in die Bresche und verkürzte die Wartezeit mit charmanten Anekdoten rund um Kessler Sekt. Geschichte mit Prickelfaktor – das kam an.
Irgendwann ging’s dann aber doch los mit dem offiziellen Teil, dem Vortrag „Weinbau in Feuerbach“. Zahlen, die nachdenklich machen: Gab es 1936 noch 80 Hektar Rebfläche in Feuerbach, sind es heute gerade einmal 11. Von einst drei Keltern ist nur noch eine übrig geblieben. Ein bisschen wie früher, besserer aber eben weniger Wein.
Doch die Herausforderungen hören hier nicht auf. Der Klimawandel mischt kräftig mit im Weinberg. Längere Großwetterlagen, mehr Extreme (Hagel, Hitze, Frost, Wasserknappheit, Schädlinge) – und plötzlich ist die Lese deutlich früher dran. Wurde 2011 noch Anfang Oktober gelesen, ist man heute schon fast Mitte September durch. Klingt effizient, hat aber seine Tücken: Verlust von Säure, Zucker- und Alkoholgehalt, veränderte Aromen.
Aber Feuerbach wäre nicht Feuerbach, wenn man nicht gegensteuern würde. Mit cleveren Methoden wie neue Rebsorten, Dauerbegrünung gegen Bodenerosion oder dem teilweise „Freistellen“ der Trauben, damit sie sich langsam an die Sonne gewöhnen, Schafe im Weinberg versuchen die Wengerter, dem Wetter ein Schnippchen zu schlagen. Fazit des Abends: Der Weinbau bleibt spannend – und verlangt nach Anpassung, Innovation und nachhaltigen Praktiken.
Am Ende blieb vor allem eines: ein rundum gelungener Abend. Ein großes Dankeschön ging an Nico Postelt für die Bewirtung und natürlich an Fabian Rajtschan für Einblicke, Geschichten und Lämmer-Update live.
- Bei der Feuerbacher Kulturnacht am 28. März führt Jürgen Kaiser als Büttel durch die Altstadt.
- Am 22. April 2026 steht um 19:30 Uhr die Mitgliederversammlung an.
- Und am 6. Mai 2026 (voraussichtlich 18 Uhr) geht’s zur größten Waschstraße Europas – zu Mr. Wash. Sauberer Ausflug garantiert.