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Der Kölner Künstler Gunter Demnig bei einer Stolpersteinverlegung im November 2023 in Feuerbach. Foto: feuerbach.de
Am kommenden Dienstag, 19. Mai, lädt die Stolperstein-Initiative Feuerbach/Weilimdorf alle Interessierten herzlich zu einer neuen Stolpersteinverlegung ein.
Erinnert werden soll an eine junge Feuerbacher Frau, die der Nazi-Ideologie des "Lebensunwerten Lebens" im Alter von 22 Jahren zum Opfer gefallen ist.
Hildegard Herzog, 1918 in Stuttgart-Feuerbach geboren, kommt bereits als kleines Kind in die Werner’sche Kinderheilanstalt in Ludwigsburg. Durch Kinderlähmung sind ihr linker Arm und ihr linkes Bein gelähmt. Auch von einer Hirnentzündung ist die Rede. 1924 wird sie in die Kinderabteilung im „Schwachsinnigenheim“ Gottlob-Weißer-Haus der Diakonissenanstalt in Schwäbisch Hall aufgenommen. Sie kann mit sechs Jahren noch nicht gehen, kann nicht selber essen, sondern muss gefüttert werden. 1932 wird sie in die Erwachsenenabteilung verlegt. Auf die Meldebogen aus Berlin im Herbst 1939 zur „planwirtschaftlichen Erfassung der Heil- und Pflege-anstalten“ reagiert der Anstaltsleiter Pfarrer Breuning nicht. Um einem Eingreifen der staatlichen Stellen zuvorzukommen, werden im Sommer 1940 schließlich doch 170 Meldebogen ausgefüllt und nach Berlin zurückgeschickt. Der Anstaltsleiter ist sich der Gefahr für die Kranken bewusst und informiert die Familien, doch nur wenige holen ihre Angehörigen nach Hause. Im November 1940 wird das Gottlob-Weißer-Haus von der NSDAP beschlagnahmt und soll innerhalb einer Woche geräumt werden. Der Großteil der 600 Frauen und Kinder kann in der Diakonissenanstalt selbst bleiben, 240 von ihnen werden der Heilanstalt Weinsberg überstellt, so auch Hildegard Herzog.
Sie wird am 2. Dezember 1940 nach Grafeneck „verlegt“ und sofort nach der Ankunft in der Gaskammer getötet.
Eine Klasse der Realschule Feuerbach mit ihrer Lehrerin Frau May hat ihr Kommen zugesagt.
Die Verlegung in Feuerbach ist eine von mehreren Stolperstein-Verlegungen, die an diesem Tag, dem 19. Mai, in ganz Stuttgart stattfinden werden.
Weitere Informationen dazu finden Sie in diesem Bericht der Stuttgarter Zeitung.