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Ansichten der Feuerbacher 'Tricot Fabrik' G. J. Schober aus dem Buch 'Feuerbach' von Jörg Kurz, erschienen im Hampp Verlag Stuttgart. Die Bilder sind dem Jubiläums-Bildband der Firma Schober von 1906 entnommen.
Als die Industrialisierung in Deutschland dank der Bahn volle Fahrt aufnahm, wurde auch Feuerbach dank seines Bahnhofs von einem eher ländlich-beschaulichen Dorf schlagartig zu einem hochindustrialisierten Hotspot, wo vieles hergestellt wurde, was plötzlich überall gefragt war - wie etwa Unterwäsche.
In Teil 20 aus unserer Reihe "Geschichten aus der Geschichte Feuerbachs" wirft der Feuerbacher Historiker und Buchautor Jürgen Kaiser wieder ein Licht auf die Historie Feuerbachs - diesmal auf die Zeit der Industrialisierung, die den Standort Feuerbach schnell zu einem der ersten frühen "Silicon Valleys" des Kaiserreich machen sollte.
1906 gab es in der Seestraße mächtig etwas zu feiern. Die Trikotfabrik G.J. Schober wurde 50 Jahre alt. 1856 in Stuttgart gegründet war sie so erfolgreich mit ihrer Unterwäsche, dass sie sich 1894 vergrößern musste. Im engen Stuttgarter Kessel ging das aber nicht und so zog man nach Feuerbach. Hier gab es Platz und Bahnanschluss.
Zur Feier wurde ein Bildband herausgebracht. 400 Mitarbeiter konnte man damals aufweisen, hauptsächlich Näherinnen. In Reih und Glied saßen sie damals beim Mittagessen in der Kantine - auch davon wurde stolz ein Bild im Geburtstagsband veröffentlicht. Auch die Herren hatte man als Kunden im Blick: die Schober’schen Unterhemden waren besonders bei den württembergischen Beamten sehr beliebt.
Von Jürgen Kaiser
(Fortsetzung folgt)