Manöver am Abend quer durch Feuerbach:

Zentimeterarbeit beim Transport von 67-Tonnen-Koloss - Stuttgart Netze will Versorgungssicherheit stärken

Mithilfe eines mobilen Krans werden wichtige Anschlussteile am Trafo montiert. Foto: Stuttgart Netze Bild 1 von 1: Mithilfe eines mobilen Krans werden wichtige Anschlussteile am Trafo montiert. Foto: Stuttgart Netze

Ein 67 Tonnen schwerer Transformator hat sein neues Zuhause im Feuerbacher Umspannwerk erreicht. Er ist Teil der Modernisierung der Anlage, mit der die Stuttgart Netze die Leistungsfähigkeit und Versorgungssicherheit des Stromnetzes langfristig stärken.

Stuttgart (Feuerbach): Der Transport des Trafos quer durch Feuerbach fand in der vergangenen Woche in den verkehrsarmen Abendstunden statt. Der neue Transformator (Trafo) legte die letzten Kilometer auf einem selbstfahrenden Transportfahrzeug zurück. Per Tablet-Fernsteuerung navigierte erfahrenes Begleitpersonal den 67 Tonnen schweren Trafo dabei in präziser Zentimeterarbeit. Grund hierfür waren die begrenzten Platzverhältnisse im Zufahrtsbereich der Anlage. Der neue Trafo ist das Bindeglied zwischen dem Hochspannungsnetz mit 110 Kilovolt und dem Mittelspannungsnetz mit einer Spannungsebene von 10 Kilovolt. Insgesamt misst der Spannungswandler fast sieben Meter in der Länge sowie jeweils rund 3,5 Meter in Höhe und Breite.

Modernisierung unter besonderen Umständen

Der Einbau erforderte höchste Konzentration aller Beteiligten. Das Besondere: Die Bauarbeiten erfolgten nicht nur im laufenden Betrieb, sondern unter äußerst beengten Verhältnissen. „Die Maßnahme kommt einer Operation am offenen Herzen gleich; oberste Prämisse hat die permanente Sicherstellung der Stromversorgung“, sagt Marcel Gürtler, Teamleiter Betriebsservice der Stuttgart Netze. Nach dem Transport wurden mithilfe eines mobilen Krans wichtige Anschlussteile am Trafo montiert. Die Anbauteile wurden erst vor Ort angebracht, da sie das Transportvolumen vergrößern und die ohnehin anspruchsvolle Fahrt zusätzlich erschweren würden. Am Folgetag wurde der Trafo mit Ketten- und Ratschenzügen über montierte Rollen seitlich in die dafür vorgesehene Trafokammer geschoben.

Zweifache Ausführung für hohe Sicherheit

„Mit dem Anschluss des neuen Transformators ist die Redundanz der Stromversorgung im Umspannwerk Bludenzer Straße langfristig gesichert“, erklärt Marcel Gürtler und fügt an: „Das doppelte Vorhandensein wesentlicher Komponenten ist ein wichtiger Baustein unserer hohen Versorgungsqualität.“ Bei den Stuttgart Netzen sind wesentliche Anlagen immer zweifach vorhanden, so dass bei Ausfall eines Betriebsmittels das andere einspringen kann. Insgesamt investieren die Stuttgart Netze 20 Millionen Euro in den Umbau des Umspannwerks und machen die Anlage damit für die Anforderungen der Energiewende fit.

Fertigstellung für Frühsommer 2027 geplant

Wesentliche Maßnahmen der Erneuerung des Umspannwerks sind inzwischen abgeschlossen. Im April 2026 wurde die neue Hochspannungsschaltanlage fertiggestellt, Ende 2025 das neue Betriebsgebäude und bereits Anfang 2024 die neue Mittelspannungsschaltanlage. „Bis September dieses Jahres wird auch der Anschluss des jetzt angelieferten neuen Transformators an die 110-Kilovolt-Schaltanlage erfolgt sein“, sagt Marcel Gürtler. Danach erfolgen der Abbruch des alten Betriebsgebäudes, die Erweiterung der Mittelspannungsschaltanlage und die Finalisierung der Infrastruktur auf dem Gelände. Wenn alles nach Plan läuft, wollen die Stuttgart Netze im Frühsommer 2027 mit allem fertig sein. Die Modernisierung dieses für den Stadtteil Feuerbach wichtigen Energieknotens ist durch die engen Platzverhältnisse logistisch komplex und herausfordernd: Sie muss in mehreren Bauabschnitten erfolgen und ist nur unter Mitnutzung einer benachbarten öffentlichen Fläche möglich. Hierfür wurde mit der Stadt Stuttgart ein separater Vertrag zur Nutzung und späteren Wiederherstellung geschlossen.


Über die Stuttgart Netze:

Stuttgart funktioniert nur mit einer sicheren Energieversorgung. Genau dafür arbeiten wir – jeden Tag, rund um die Uhr.
Die Stuttgart Netze betreiben das Strom- und Gasverteilnetz der Landeshauptstadt. Wir sorgen dafür, dass Energie zuverlässig bei den Menschen ankommt – in Wohnungen, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Dafür verantworten wir den Betrieb, die Wartung und die Modernisierung von rund 5.600 Kilometern Stromnetz und 2.100 Kilometern Gasnetz im gesamten Stadtgebiet.
Gleichzeitig treiben wir den Umbau der Netze voran. Die Energiewende stellt neue Anforderungen: mehr Photovoltaik, mehr Elektromobilität, mehr Wärmepumpen. Wir verstärken und erweitern die Netzinfrastruktur, damit Solaranlagen sicher einspeisen können, neue Ladepunkte entstehen und wachsende Stadtquartiere zuverlässig versorgt werden.
Über die Energieversorgung hinaus übernehmen wir weitere zentrale Aufgaben für Stuttgart. Im Auftrag der Stadt betreuen wir die öffentliche Straßenbeleuchtung und sorgen mit rund 74.000 Leuchten für Sicherheit, Orientierung und Lebensqualität im gesamten Stadtgebiet.
Als Tochtergesellschaft der Stadtwerke Stuttgart arbeiten rund 700 Mitarbeitende bei den Stuttgart Netzen an einem gemeinsamen Ziel: eine leistungsfähige, sichere und zukunftsfähige Energieinfrastruktur. So leisten wir unseren Beitrag, damit Stuttgart bis 2035 klimaneutral wird.

Veröffentlicht am 24.08.2026