Baugebiet in Feuerbach:

Aufzug-Pläne sind in der Schwebe

Auf dem früheren Krankenhaus-Areal wird fleißig gearbeitet. Rund 50 Millionen Euro investieren das Siedlungswerk und die Samariterstiftung in das Großprojekt. Foto: Georg Friedel

Feuerbach - Die meisten Häuser auf der Großbaustelle an der Stuttgarter und Wiener Straße stehen bereits. Derzeit sind die Bauarbeiter damit beschäftigt, die Stadtvillen an der Ecke Wiener/Kapfenburgstraße hochzuziehen.

Danach müssen nur noch zwei größere Gebäude an der neuen Stichstraße in der Nähe des zentralen Platzes fertiggestellt werden: „Läuft alles nach Plan, können wir Ende März mit diesem letzten Bauabschnitt beginnen. Dort entstehen weitere 20 Wohnungen“, sagt Michael Knecht. Der Prokurist des Siedlungswerkes geht davon aus, dass alle Baumaßnahmen bis Herbst 2013 abgeschlossen sind.

Seit etwa zwei Jahren wird auf dem zwei Hektar großen Hanggelände zwischen der Stuttgarter und Wiener Straße fleißig gearbeitet. Rund 160 Wohnungen werden dort entstehen. Das Siedlungswerk und die Samariterstiftung investieren insgesamt rund 50 Millionen Euro in das Großprojekt. 

Samariterstiftung bietet betreute Wohnungen an
Das Herzstück des neuen Stadtquartiers wird das „Samariterstift Feuerbach – Service- und Quartiershaus“. Dafür wird das ehemalige Bettenhaus des Krankenhauses im Innern umgestaltet. 30 betreute Wohnungen sollen in diesem Gebäude eingerichtet werden. Für die Bewohner wird je nach Bedarf ein Pflegeservice angeboten. Bauherr und Betreiber der Einrichtung ist die Samariterstiftung. „Voraussichtlich bis Herbst 2012 sind die Baumaßnahmen für dieses Projekt abgeschlossen“, sagt Reinhard Gradmann, Pressesprecher der Samariterstiftung. In dem zentral gelegenen Gebäudekomplex soll auch eine Kindertagesstätte, die das Christliche Jugenddorf-Werk betreibt, untergebracht werden. Geplant ist zudem, eine Bäckerei unterzubringen.

Auch ein Treffpunkt, wo gemeinsam zu Mittag gegessen werden kann, ist vorgesehen. Über weitere Begegnungsmöglichkeiten in dem Quartier wird nachgedacht: „Unter den Eigentümern und Trägern finden derzeit Gespräche und Diskussionen statt, wie wir das Zusammenleben in dem Quartier in Zukunft gestalten wollen“, sagt Gradmann. Im Dezember habe im Bezirksrathaus ein erstes Treffen stattgefunden. Etwa 100 Personen waren anwesend. Etwa ein Fünftel hat sich bereit erklärt, sich in dem neuen Quartier zu engagieren.

Betreiber für den Aufzug gesucht
In der Schwebe befinden sich allerdings die Pläne für einen Aufzug. Dessen Bau und Betrieb erachten alle Projektbeteiligten und auch die Stadt als dringend notwendig, damit vor allem ältere Bewohner und Behinderte barrierefrei den nahen Bahnsteig der Stadtbahnhaltestelle Föhrich erreichen können. „Wir haben an Baubürgermeister Matthias Hahn geschrieben, dass wir vom Siedlungswerk bereit wären, die Investitionskosten für den Aufzug zu übernehmen. Wir können ihn aber nicht betreiben“, sagt Michael Knecht.

Bei der Stadt ist man um eine Lösung bemüht, hat aber auch noch keine Idee, wie die Finanzierung geschehen soll. Der Baubürgermeister will die Beteiligten nun an einen Tisch holen. Es werde bei ihm im Referat ein Gespräch mit Vertretern des Siedlungswerkes und des Tiefbauamtes geben. Vielleicht wird ja dann eine Lösung gefunden: „Es wäre hoch wünschenswert“, sagt Hahn.

 

Von Georg Friedel
Mit frdl. Genehmigung der Nord-Rundschau

07.03.2012 Kategorie(n): Gesellschaft, Politik