Freizeitheim

Am Sportpark 4

Bild 1 von 9: Freizeitheim 1937-1989 (Bild: Archiv Rieker)Bild 2 von 9: Freizeitheim 1938 (Bild: Archiv Rieker)Bild 3 von 9: Freizeitheim an der ehemaligen Straße 60, links die Hugo-Kunzi-Sporthalle (Bild 1980: Archiv Rieker)Bild 4 von 9: Publikum im Freizeitheim um 1940 (Bild: Archiv Rieker)Bild 5 von 9: Brennendes Freizeitheim 1989 (Bild: Kraufmann/Wochenblatt)Bild 6 von 9: Freizeitheim nach dem Brand 1989 (Bild: NSR)Bild 7 von 9: Freizeitheim nach dem Brand im Jahre 1989 (Bild: Archiv Rieker)Bild 8 von 9: Hier stand das Freizeitheim (Bild 2013: Arendt)Bild 9 von 9: Lageplan 1970 (Bild: Stadtarchiv)

Die Straße „Am Sportpark“ hieß vor 1986 „Straße 60“ (Bild 3) und hatte früher den Triebweg mit der Föhrichstraße verbunden.

Aufgrund des genehmigten Baugesuchs von 1936 errichtete im Jahre 1937 unter der Adresse Triebweg 140 der Verein „NS-Freizeitheim e.V.“ das Freizeitheim Feuerbach (Bilder 1 und 2) als Freizeit- und Erholungsheim für Parteiangehörige der NSDAP und für die Deutsche Arbeitsfront (DAF). Die Bauleitung hatte Architekt Dr. Ernst Schwaderer. Diesem Anwesen war auch eine Schießbahn angeschlossen.
An Sonntagen kamen neben dem oben erwähnten Personenkreis auch ganze Familien zum Nachmittagskaffee auf die große Terrasse, zum Picknick auf die dazugehörende Liegewiese oder zum Spielen auf das große Fußballfeld.
Bei Besuchen ausländischer Faschisten wurden diese Gäste von der NS-Gauleitung oder anderen Offiziellen bewirtet. Es gab außer dem normalen, öffentlichen Gaststättenbereich einen großen Saal für Veranstaltungen, einen Konferenzraum für Tagungen im Obergeschoss und ein kleineres  Sitzungszimmer, in dem 10-15 Personen Platz fanden (meistens Leute der NS- Führungsschicht, die sich dort ihre Jagdbeute servieren ließen).
Die Bewirtschaftung lag zunächst in Händen von Otto und Helene Holderegger als " Betriebsführer" samt "Gefolgschaft" (wie dies damals genannt wurde).
Nach dem Tod der Eheleute Holderegger im Jahre 1941 übernahm die Eigentümerin des  Freizeitheim-Vereins, die "Deutsche Arbeitsfront", den Betrieb.
Von den Bombenangriffen des Zweiten Weltkrieges blieb das Gebäude verschont, und so übernahm im Jahre 1945 das Land Württemberg-Baden, ab 1952 das Land Baden-Württemberg als Eigentümer diese Immobilie. Zunächst wurde darin die Landessportschule untergebracht, und ab 1967 übernahm die Sportvg Feuerbach dieses Haus zunächst als Pächter, ab 1974 als Eigentümer.
Hinter dem Freizeitheim errichtete die Sportvg Feuerbach im Jahre 1978 die heute noch existierende Hugo-Kunzi-Sporthallte mit angeschlossener Kegelbahn (Bild 3).
Vom Landsdenkmalamt wurde das Freizeitheim 1982 als Baudenkmal eingestuft.

Im Jahre 1989 wurde das Freizeitheim, in dem zu jener Zeit 40 Aus- und Übersiedler aus Rumänien, der Sowjetunion und der DDR untergebracht waren, durch Brand (Bilder 6 und 7)  zerstört und die Ruine (Bild 8) 1991 ersatzlos abgerissen. Der Sachschaden betrug über 6 Millionen D-Mark. Ein Wiederaufbau dieser Immobilie war wegen zu hoher Kosten für den Bau einers unterirdischen Kesselhauses nicht finanzierbar.
Die Sportvg Feuerbach hatte damit „ihr wichtigstes Kommunikationszentrum (Bild 4) verloren“. Der Platz des Freizeitheims blieb bisher unbebaut (Bild 9).


Quellen: R. Adam, Götz Peter Holferegger, J. Kurz, K. Müller, W.O. Schwarz, Stadtarchiv Stuttgart