Neues Gymnasium

Klagenfurter Straße 71

Bild 1 von 4: Neues Gymnasium 2011 (Bild: NG)Bild 2 von 4: Neues Gymnasium 2011 (Bild: Arendt)Bild 3 von 4: Schuljahr 1899/1900 (Bild: NG)Bild 4 von 4: Neues Gymnasium an der Wiener Straße  2012 (Bild: Arendt)

1886 kam zur Gründung der "Privat-Reallateinschule für Knaben und Mädchen" und - da Latein kaum  nachgefragt wurde- welche 1887 in "Privat-Realschule" unbenannt wurde. Im Jahre  1888 übernahm die Gemeinde diese Ausbildungsstätte als "Realschule Feuerbach".
Von 1887 an war die Schule im Happoldstift untergebracht. 1897 kam es, sehr durch das Betreiben eines vom Ehrenbürger August Happold  angeführten Elternkreises, zur Trennung in eine Jungen- und Mädchenschule. Die Jungen mussten in die in der Bachschule als Gast untergebrachte "Realschule" umziehen, die Mädchen durften im Happoldstift bleiben. Diese Schule nannte man dann "Privattöchterschule"

(Bild 3), seit 1903 als „Höhere Töchterschule“ der königlichen Ministerialabteilung unterstellt. Ziel war es, auch Mädchen einen Zugang zu höherer Bildung zu ermöglichen. Als erstes Schulhaus diente das Haus des Werkmeisters Louis Fahrion am Karlsplatz, dem heutigen Wilhelm-Geiger-Platz, später wurde dann bis 1913 im Happold-Stift in der Sedanstraße (seit 1938 Leobener Straße) unterrichtet. Mitinitiator und erster Schulleiter der Mädchenschule war Eugen Geiger, der diese Aufgabe bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1932 innehatte. Der stattliche Neubau einer Realschule in der Marktstraße (heute Klagenfurter Straße 75) ermöglichte im Jahre 1913 die Aufnahme sowohl der Jungen als auch der Mädchen, welche den Südflügel dieses neuen Schulhauses bezogen. Die Jungen und Mädchen blieben streng voneinander getrennt bis ins Jahr 1956. Zu heimlichen Begegnungen kam es nur im Kartenraum. Schon ein Jahr später gab man sich den Namen „Mädchenrealschule“, welche im Jahre 1920 mit 443 Schülerinnen die größte Anstalt dieser Art in Württemberg wurde.

Zur Umbenennung in „Oberschule für Mädchen“ kam es 1937 kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Die Kriegszeit wurde auch für die Feuerbacher Mädchen zum Schicksal: viele Schülerinnen waren während des Krieges landverschickt oder sie lernten zu Hause.

Im Jahre 1953 änderte sich der Schulname erneut, jetzt nannte man die Schule „Progymnasium für Mädchen“, und unter diesem Namen konnten die Schülerinnen in den Jahren 1956 bis 1960 aus dem Gebäude der Realschule endlich in ein eigenes, dieser Realschule benachbartes Schulhaus (Bilder 1 und 2) umziehen.

Mit Beginn der Koedukation im Jahre 1970 nannte sich die Schule nun „Neues Gymnasium“ (NG), in dem Schüler und Schülerinnen aus Feuerbach und Weilimdorf nun gemeinsam unterrichtet wurden. Der Neubau eines Gymnasiums in Weilimdorf beendete 1975 die entstandene Raumnot, ein Teil der Lehrkräfte zog mit der neuen Schulgründung um.

Unterrichtsprojekte zur Luft- und Gewässeruntersuchung wurden herausragende, mit Umweltpreisen bedachte Leistungen des NG, seit 1983 eine von drei westdeutschen Mitgliedsschulen im Umweltschulnetz der EG.

Das ehrenamtliche Engagement der Eltern und des Schulvereins wurde 1991 mit einer Preismedaille für hervorragende Bürgeraktionen honoriert.

Vorreiter war die Schule immer wieder mit neuen zukunftsorientierten Ideen, startete 1998 die erste Berufsbilderbörse und beteiligte sich 1999 bei „Schulen ans Netz“, einem erweiterten medialen Angebot für die Schülerinnen und Schüler.

2004 kam die Bildungsplanreform. Im neu ins Leben gerufenen G8-Zug starteten insgesamt 90 Schülerinnen und Schüler am NG in den kompetenzorientierten, an Bildungsstandards ausgerichteten Unterricht.

2009 entwickelte die Schulgemeinschaft mit Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern ein gemeinsames Leitbild unter dem Motto „Miteinander – Lernen gestalten – Offen für das Neue“. Und gemäß dieser Vorstellung arbeitet das Neue Gymnasium bis heute: Das soziale Lernen steht im Vordergrund, 2012 nimmt das NG als Startschule am Gewaltpräventionsprojekt „Stark.Stärker.Wir“ des Kultusministeriums teil. Offene Unterrichtsformen, projektorientiertes Arbeiten, kreative, künstlerische und sportliche Arbeitsgemeinschaften gestalten das Schulleben, die AG „Kreatives Schreiben“ gestaltet jedes Jahr wieder Lesungen im Kulturprogramm der Stadtbibliothek Stuttgart. Und da der Satz „Offen für das Neue“ auch in die Zukunft hinein für das Neue Gymnasium gelten soll, startet das Lehrerkollegium im Jahr 2011 in einen Teamentwicklungsprozess, um der gemeinsamen Arbeit einen neuen Impuls zu geben.

2012 hat das Neue Gymnasium 623 Schülerinnen und Schüler und ein Kollegium mit 50 Lehrkräften, verabschiedet 124 Abiturientinnen und Abiturienten - und erwartet zugleich 90 neue Fünftklässler zum neuen Schuljahr 2012/13. Zugleich ist das Gebäude sehr in die Jahre gekommen und dringend sanierungsbedürftig. Das Schulverwaltungsamt beauftragt 2012 Professor Hausmann, ein Konzept für die bauliche Entwicklung des NG zu einem modernen Schulkomplex zu entwickeln.

 
Quellen: NG, S. Heß, R. Albrecht


Das Gymnasium ist mit einer Informationstafel ausgestattet.



Mehr Informationen: www.neues-gymnasium.de