Oelschläger-Haus

Dieterlestraße 16

Bild 1 von 7: Oelschläger-Haus (Bild: Arendt)Bild 2 von 7: Oelschlägerhaus vor dem Zweiten Weltkrieg (Bild: Archiv Rieker)Bild 3 von 7: Eric CarleBild 4 von 7: Eric und Bobbie Carle (Bild 2012: Eric Carle)Bild 5 von 7: Eric Carle Museum for the Art of Picture Book in Amherst/Massachusetts (Bild: Eric Carle Museum)Bild 6 von 7: Handskizze der Umgebung des Gebäudes Dieterlestraße 16 für das Jahr 1945 (Bild 2012: Eric Carle)Bild 7 von 7: Dieterlestraße 16 (Rückgebäude) mit Werkstatt der Firma Karl Oelschläger  vor dem Zweiten Weltkrieg(Bild: Archiv Rieker)

Beinahe isoliert steht an der Einmündung des Bärenstäffele in die Dieterlestraße, 1938 benannt nach dem Feuerbacher Schultheiß Christian Friedrich Dieterle (1860-1900), ein auffälliges Mehrfamilienbacksteinhaus (Bilder 1 und 3), welches Karl Oelschläger, der Großvater mütterlicherseits  des bekannten Kinderbuchautors und Illustrators Eric Carle (Bild 2), im Jahre 1935 erworben hat. Oelschläger war zunächst Werkleiter bei der Firma Fritz Roth. Im Jahre 1938  gründete er dann seine eigene Werkzeugbau-Firma (Bild 7).
Oelschlägers Enkel Eric Carle wurde 1929 in Syracuse, im Staate New York in den USA geboren. Seine Eltern Johanna und Erich Carle waren aus Feuerbach ausgewandert und kehrten mit Sohn Eric im Jahre 1935 nach Feuerbach zurück, wo sie eine Wohnung im neuen Oelschlägerhaus bezogen.
Eric besuchte zunächst die Brühl-Grund­schule und danach die Oberschule (später Leibniz-Gymnasium genannt). Nach eigener Aussage war Eric ein schlechter Schüler, weshalb er noch vor der „Mittleren Reife“ die Schule verlies und auf  Anraten seines Zeichenlehrers Krauss bei Professor Ernst Schneider an der Stuttgarter Akademie der Künste Grafik studierte. Seinen Förderern Krauss und Schneider widmete er ein Buch, entwarf Plakate für das Amerika-Haus und verdiente sich ein Jahr lang sein Geld als Hausgrafiker bei einer Frauenzeitschrift in Wiesbaden. Im Jahre 1952 kehrte Eric Carle nach New York zurück, wo seine große Karriere  nach verschiedenen anderen Tätigkeiten im Alter von 30 Jahren als Kinderbuch-Autor und Illustrator begann und er 1968 sein erstes Bilderbuch veröffentlichte. Etwa 75 Bücher beinhalten seine Texte und Illustra­tionen, seine Bücher sind in mehr als 50 Sprachen übersetzt. Sein wohl bekanntestes Kinderbuch ist „Die kleine Raupe Nimmersatt“. Es ist mit 25 Millionen Exemplaren das weltweit meist verkaufte Buch eines Deutschen. Großflächige bunte Collagen sind das Markenzeichen der Bilderbücher Carles.
Zwischen 1974 und 2002  wohnte Carle mit seiner zweiten Frau Bobbie (Bild 4) in Massachusetts/USA, wo er das „Eric Carle Museum for the Art of Picture Book“ (Bild 5) gegründet hat. Aus erster Ehe entstammen zwei Kinder, Rolf und Cirsten.
Carle wurde im Jahre 2001für sein künst­lerisches Schaffen mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland sowie am 8.5.2010 von MP Mappus mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.
Seit 2002 wohnt er im Wechsel in North Carolina (Sommer) und in Florida (Winter).

Wir verdanken Eric Carle einen wichtigen Hinweis (Bild 6) auf den Standort des früheren Feuerbacher Badhauses, welches am Fuße des heute so genannten Bärenstäffeles mit der Adresse Bachstraße 18 (heute Dieterlestraße 18) gestanden hat. Nach einem Bombenangriff im Jahre 1945 entdeckte man im Keller dieses zerstörten Hauses Reste eines Bades, welches aus einem Brunnen oberhalb des Hauses Nr. 16 gespeist wurde. (Siehe auch Tafel „Bärenstäffele“)

Quellen: Eric Carle, WIKIPEDIA

www.carlemuseum.org