Werner-Haas-Musiksaal

Klagenfurter Straße, Wiener Straße 76 A

Bild 1 von 3: Eingang Werner-Haas-Musiksaal (Bild: Arendt)Bild 2 von 3: Werner Haas (Bild: Isolde Haas-Sautter)Bild 3 von 3: Chorvereinigung Feuerbach e.V. (Bild: CVF 2008)

Als Nachfolger des Singsaales der 1927 erbauten Jahn-Turnhalle wurde -zusammen mit der neuen Jahn-Sporthalle-  dieser Saal 1980 seiner Bestimmung übergeben. Seine Kapazität mit etwa 150 Plätzen ist dem aktuellen Bedarf angepasst worden. Der große Musikraum  – mit einem Grotian-Steinweg-Flügel und einer leistungsfähigen Stereoanlage ausgestattet – bietet die Möglichkeit, Musikabende zu veranstalten.
Seit 1945 war der Singsaal der alten Jahn-Turnhalle bereits Probestätte der Chorvereinigung Feuerbach e.V., welche auch in diesem neuen Musiksaal regelmäßig Proben abhält. Auch andere Vereine und Schulen nutzen diesen Saal.
Die Namensgebung für diesen modernen Saal erfolgte nach dem international bekannten und mit 45 Jahren verunglückten Feuerbacher Pianisten Werner Haas (1931-1976).


GESCHICHTE DER CHORVEREINIGUNG FEUERBACH e. V.
Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstanden zahlreiche Chöre und Gesangvereine, so auch die Gründungschöre, aus denen
nach dem Zweiten Weltkrieg die Chorvereinigung Feuerbach hervorging.
1896 der Chor "Vorwärts" Feuerbach
1898 der Chor "Geselligkeit Echo" Feuerbach
1900 der Chor "Fortuna" Feuerbach (ab 1930 "Freier Singchor Freundschaft" Feuerbach)
1934 der Chor "Volkschor" Feuerbach
Diese Vereine schlossen sich am 19. Juli 1945 in der Gaststätte Hochhaus zur Chorvereinigung Feuerbach, zusammen. Die konstituierende Sitzung fand am 17. Oktober 1945 in der Gaststätte Turnhalle, heute Weinstube Mögle, statt. Die damals geschlossene Vereinsehe darf aus heutiger Sicht als äußerst weitblickend betrachtet werden, denn die Chorvereinigung ist heute der einzige noch existierende „weltliche“ Chor im Stadtbezirk. Ein weiterer Glücksfall war die Wahl des Chorleiters Kurt Brenner zum musikalischen Leiter. Zu Beginn des Jahres 1948 zählte der Verein bereits 302 Mitglieder, davon 140 Aktive. Nach dem starken Mitgliedereinbruch durch die Währungsreform wies der Chor 1950 bereits wieder 129 Aktive auf.
Zeitvorausschauend war die Kontaktaufnahme zu Chören in der näheren und weiteren Heimat, und, was noch viel bedeutsamer war, auch wieder zu ausländischen Chören. Die älteste Verbindung besteht bis heute zu „Sempre Crescendo Enschede“ in Holland, die bereits kurz nach dem Krieg(!) begann. Darüber hinaus entwickelten sich Chorfreundschaften nach Österreich, Frankreich und der Schweiz und sogar nach Ungarn, die mit Besuchen und Gegenbesuchen gepflegt wurden. Sehr viele Verbindungen bestehen noch, und gehen teilweise bis in den persönlichen Bereich.
Den ersten Höhepunkt in der Geschichte der Chorvereinigung Feuerbach stellte das 60-jährige Jubiläum im Jahre 1956 in der
Festhalle Feuerbach dar, an dem 38 Chöre aus nah und fern vom 27. bis 29. Oktober bei der Fahnenweihe und -übergabe
teilnahmen.
Das Jahr 1971 brachte bereits das 75-jährige Bestehen, zu dessen Feierlichkeiten in der Feuerbacher Festhalle am 20. November das "Alexanderfest" von Händel als Festkonzert aufgeführt wurde, dem sich am 21. November ein Sonderkonzert mit Gastchören anschloss. War das Jahr 1971 bestimmt vom Jubiläum, so brachte das Jahr 1972 einen weiteren Meilenstein in der Geschichte der Chorvereinigung Feuerbach, nämlich einen Wechsel an der Vereinsspitze. Nach nunmehr 22 Jahren als 1. Vorsitzender bat Carl Eisele die Hauptversammlung um Entbindung von diesem Amt und schlug seinen seit 13 Jahren amtierenden Vize Franz Steger als Nachfolger vor, der auch einstimmig gewählt wurde. Carl Eisele wurde in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Die nächste einschneidende Veränderung stand im Jahr 1982 an. Kurz nach Vollendung seines 70. Lebensjahres erkrankte
Chorleiter Kurt Brenner so schwer, dass er nach 37 Jahren die musikalische Leitung der Chorvereinigung Feuerbach niederlegen musste. Im Rahmen der Jubilarfeier 1983 wurde er zum Ehrenchorleiter ernannt. Sein Nachfolger, Klaus Holzknecht, setzte die Einstudierung des bereits begonnenen Konzertprogramms nach seinen Vorstellungen fort, so dass es auch unter neuer musikalischer Leitung ein Erfolg wurde.
Das Jahr 1986 sah das 90-jährige Bestehen der Chorvereinigung Feuerbach, das mit einem vielbeachteten Konzert, mit Orchester und Solisten, in der Festhalle begangen wurde. Ungefähr zur gleichen Zeit begann eine weitere Chorfreundschaft, nämlich zum Gemischten Chor Schüttorf, Die in der neueren Zeit wohl prägendste Ära für die Chorvereinigung Feuerbach ging 1989 zu Ende. Nach insgesamt 30 Jahren in der Vereinsführung, davon 13 Jahre als 2. Vorsitzender und dann 17 Jahre als 1. Vorsitzender, stellte Franz Steger sein Amt zur Verfügung. Für seine Verdienste wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein Nachfolger wurde Erich Stegmeier, nach dessen Ausscheiden aus der Vereinsführung 1993 Armin Hamann dieses Amt übernahm.
Auf diesen folgte 2000 Wolfgang Roth und seit 2002 hat Kurt Steger den Vorstandsvorsitz.
Nach mehreren Chorleiterwechseln wurde 1994 mit Michaela Hartmann-Trummer die erste Chorleiterin verpflichtet. Der Höhepunkt ihres Wirkens war sicher 1996 die Aufführung von Händels Oratorium „Samson“ in der Festhalle aus Anlass des
100jährigen Jubiläums, zu dem die Chorvereinigung mit der Zelter-Plakette geehrt wurde. Leider musste die Chorleiterin ihr
sehr erfolgreiches Engagement 2003 aus beruflichen Gründen aufgeben. Ihr folgte Georg Schmitt, der bis heute den Stammchor leitet.
In einer Gemeinschaft wie der Chorvereinigung Feuerbach sind zahlreiche aktive und fördernde Mitglieder nötig, die viel Freizeit opfern, um die Aufgaben für den Stadtbezirk und dessen Einwohner erfolgreich zu gestalten. Und dies trotz der Tatsache, dass immer weniger Menschen bereit sind, über längere Zeit hinweg regelmäßige Proben zu regelmäßigen Terminen wahrzunehmen.
Ein Trend, der immer noch anhält, und der der Anlass war, im Jahr 2002 musica varia zu gründen. Dort werden mit immer neu zusammengestellten Formationen in loser Folge und in Form von Projekten gezielt Aufgaben bewältigt. Ursprünglich
ebenfalls unter der Leitung von Michaela Hartmann-Trummer, wird musica varia seit 2011 von Christina Enders, einer sehr
erfahrenen und engagierten Chorleiterin, betreut und erfreut sich bereits großer Beliebtheit.
Es bleibt zu hoffen, dass es weiterhin Menschen mit diesem Idealismus in Feuerbach und Umgebung gibt, die durch Mitgliedschaft, Mitarbeit, Unterstützung und Akzeptanz den Fortbestand der Chorvereinigung Feuerbach gewährleisten.

Weitere Informationen: www.chorvereinigung-feuerbach.de