Der neue Bezirksvorsteher stellt sich vor:

Feuerbächer wird Johannes Heberle nicht, vielleicht aber bald schon Feuerbacher

 Feuerbach ist das Wunschziel des neuen Bezirksvorstehers Johannes Heberle. Foto: LHS Bild 1 von 1: Feuerbach ist das Wunschziel des neuen Bezirksvorstehers Johannes Heberle. Foto: LHS

Seit kurzem steht fest: Johannes Heberle wird neuer Bezirksvorsteher von Feuerbach. Damit vollzieht der Stadtbezirk nicht nur einen Personal-, sondern auch einen Generationenwechsel. Was bedeutet das für die Bürger?

Noch ist Johannes Heberle Leiter der Göppinger Bußgeldstelle und Ortspolizeibehörde. Und noch ist unklar, ob er seinen Dienst in Feuerbach zum 1. Januar oder zum 1. Februar antre- ten wird. Doch schon seit dem Sommer hat er „seinen“ neuen Stadtbezirk immer wieder besucht, um so viel wie möglich darüber in Erfahrung zu bringen: Bei der Ortsbegehung mit Oberbürgermeister Frank Nopper im August war er mit dabei und gerade eben bei der FeuerbachNacht.

Wie ist sein Eindruck von Feuerbach? „Ich war zur FeuerbachNacht beeindruckt, wie viele Menschen und Einrichtungen mitgemacht haben“, sagt Heberle. Heberle: „Und ich war begeistert davon, wie viele sich an dem Abend am Impfbus für eine Impfung angestellt haben.“ Auch sonst habe der Stadtbezirk viel zu bieten: „Es scheint hier alles zu geben: Feuerbach ist da wie eine eigenständige Stadt. Und ich habe den Eindruck, dass die Leute auch gerne hier leben.“

Genau hier will Heberle ansetzen:
Es gehe darum, die Probleme zu beseitigen, aber die guten Seiten des Stadtbezirks zu pflegen. Wo sieht er Bedarf? Sein besonderes Anliegen sei die Jugendarbeit, und die Messerstecherei unlängst auf dem Wilhelm-Geiger-Platz zeige ja auch, wie wichtig das ist. Und dann seien die Auswir- kungen der Pandemie in vielen Bereichen zu spüren, beim Einzelhandel, aber auch bei den Vereinen. Eventuell könne man mit der Zeit einen runden Tisch der Vereine ins Leben rufen, überlegt er: „Der eine Verein hat vielleicht Potentiale, die der andere dringend brauchen würde.“

Die bisherige stellvertretende Bezirksvorsteherin Susanne Ramp wurde eben von Vanessa Stamm (28) abgelöst, Johannes Heberle ist 26: „Klar, da findet ein Generationenwechsel statt“, sagt er: „Aber es wird auf keinen Fall so sein, dass die Leute mit einem Mal ihr Feuerbach nicht mehr wiedererkennen.“ Ganz im Gegenteil: „Am Anfang muss man erst mal beobachten, was es alles gibt.“ Andrea Klöber habe bei der Kulturnacht gefragt, ob es die von ihr ins Leben gerufenen Feierabendkonzerte weiterhin geben würde: „Aber wenn etwas gut ist, warum soll man es dann ändern?“

Seine Verbindungen in den Stadtbezirk reichen schon zurück bis in seine Studienzeit: Heberle hat in Ludwigsburg seinen Bachelor of Art im Bereich Public Management gemacht – für diejenigen, die des Denglischen nicht so mächtig sind, entspricht das in etwa dem Diplom-Verwaltungswirt. Jedenfalls habe er damals schon gerne Freunde in Feuerbach besucht, erzählt er: „Ich habe mich übrigens nur hier beworben, obwohl auch noch andere Stellen ausgeschrieben waren.“
Jetzt versucht Johannes Heberle, nicht nur zu seinem Arbeits-, sondern auch zu seinem Lebensmittelpunkt zu machen und begibt sich auf Wohnungssuche – im Stadtbezirk oder in der näheren Umgebung. Den Unterschied zwischen Feuerbacher und Feuerbächer hat er auch schon gelernt: Drei Generationen zurück muss man am Ort ansässig sein, idealerweise mit eigenem „Stückle“. „Feuerbächer werde ich nicht mehr, das weiß ich schon“, lacht er. Aber Feuerbacher sein ist ja auch ganz schön.


Dieser Artikel ist entnommen aus "FeuerbachGO", Ausgabe 2

Veröffentlicht am 01.12.2021